SDP immer noch auf der Suche nach Auswegen aus der Krise

Mitglieder entscheiden in vier Wochenüber Vorstand des Ortsvereins Von Wolf Kasse Barsinghausen. Knapp zwölf Monate sind vergangenen, seit die SPD-Mitglieder zum Befreiungsschlag ausholten und ihren alten Ortsvereinsvorstand in die Wüste schickten. Doch seit der mit Pauken und Trompeten verlorenen Kommunalwahl 2006, in deren Folge es Anfang 2007 zur Krise in der Führungsriege kam, sind die Sozialdemokraten der Deisterstadt wie gelähmt. Der letzte herbe Schlag war die vor wenigen Tagen verlorene Landtagswahl. Bernd Gronenberg, als SPD-Ortsvereinsvorsitzender oberster Sozialdemokrat der Stadt, gestand im Gespräch mit der DLZ ein, dass es nach seiner Wahl einige Zeit gedauert habe, bis er sich einen Überblick verschaffen konnte und die anfänglichen Vorbehalte einiger Mitglieder gegenüber dem neuen Vorstand überwunden waren. "Aber mittlerweile ist das wohl geklärt", meint Gronenberg.

Den Ausschlag zur Abwahl des alten Vorstandes gab seinerzeit die mangelhafte Aufbereitung des Kommunalwahl-Desasters. Jetzt ist es an Gronenberg, die Schlappe der jüngsten Landtagswahl zu analysieren und aufzuarbeiten. Erste Gespräche auf Unterbezirksebene fanden bereits statt, mit den Mitgliedern soll das Thema am Mittwoch, 27. Februar, ab 18.30 Uhr in der Waschkaue auf dem Zechengelände diskutiert werden. Dann wird sich auch entscheiden, ob der Vorstand in der aktuellen Besetzung weitermacht oder ob es personelle Veränderungen geben wird. Da der jetzige Vorstand außerhalb der regulären Fristen gewählt wurde, endet seine Amtszeit jetzt.

Gronenberg glaubt, dass die zur Landtagswahl aufgegriffenen Themen richtig und wichtig gewesen seien. Allerdings gelang es aber offenbar nicht, damit ausreichend Wähler an die Urnen zu locken. Die landesweite Wahlbeteiligung sei erschreckend gering, so Gronenberg. Man müsse sich die Frage stellen, ob sich die Bürger überhaupt noch von den etablierten Parteien vertreten fühlen. "Auch wenn wir in Barsinghausen im Ergebnis kaum Stimmen verloren haben, es hat nicht gereicht", so Gronenbergs Fazit.

Was die konkrete Arbeit im Ortsverein anbelangt, so konnten in den vergangenen zwölf Monaten immerhin einige Veranstaltungen durchgeführt werden. Auch das Finanzproblem hat der Vorstand laut Gronenberg im Griff. Nach dem teuren Wahljahr 2006, in dem rund 42 000 Euro Wahlkampfkosten angefallen waren, könne man zum Monatsende einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Die Zusammenarbeit mit der Fraktion und den Arbeitsgemeinschaften sowie den Jusos laufe gut. Sorgen bereitet Gronenberg der hohe Altersdurchschnitt seiner Genossen - er liegt bei 59 Jahren.

Arbeiten will man zudem an einer besseren internen Kommunikation - E-Mail und SMS seien keine gute Lösung, wie sich gezeigt habe. Mittlerweile überlegt der Vorstand, den "Blickpunkt" als schriftliches Mitteilungsorgan des Ortsverbandes wieder aufleben zu lassen.

© Deister-Leine-Zeitung, 02.02.2008