Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft hat in Barsinghausen ausgewirtschaftet

Künftig "optimierter Regiebetrieb" / Sondersitzung des Rates am 17. April Barsinghausen (wk). Das Ende des städtischen Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft Barsinghausen (GWB) scheint besiegelt: Am Donnerstag, 17. April, wird der Rat über die Zukunft des von Michael Huschenhöfer als Werksleiter geführten Betriebs entscheiden. Die öffentliche Ratssitzung beginnt um 18 Uhr in der Aula der Goetheschule KGS Barsinghausen, zuvor tagt der Verwaltungsausschuss ab 17 Uhr, allerdings wie üblich nicht öffentlich.

Beabsichtigt sei, den bisherigen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft in einen "optimierten Regiebetrieb" umzuwandeln, erklärte Bürgermeister Walter Zieseniß auf Anfrage der DLZ. Damit würde der momentan noch eigenständige Betrieb seine Selbstständigkeit verlieren. Die Gebäudewirtschaft würde wieder in die Verantwortung der Verwaltung fallen, zuständig ist dort der Zentrale Dienst. Damit würde es künftig auch keinen eigenständigen Haushalt der Gebäudewirtschaft mehr geben. Der Etat würde - wie früher - über den regulären Haushalt der Stadt laufen.

Mit der Umorganisation wird praktisch die Notbremse gezogen. Bis dato hat es die Gebäudewirtschaft nicht geschafft, die fehlenden Bilanzen der letzten drei Jahre aufzuarbeiten. Immer wieder wurde dies angemahnt, immer wieder wurden verschiedene Gründe dafür genannt, warum man bislang noch keine Bilanzen vorlegen konnte. So wurde beispielsweise erklärt, dass die eigens angeschaffte Computersoftware nicht so funktioniere, wie man es erwartet habe. Dazu kommt, dass zwei Mitarbeiter, die unter anderem mit Buchungen beschäftigt waren, die Gebäudewirtschaft zwischenzeitlich verlassen haben. Auch die Einschaltung einer externen Fachfirma brachte nichts, die Zahlen seien teilweise nicht mehr nachzuvollziehen, erklärte CDU/FDP-Gruppensprecher Gerald Schroth. Er hält die Umstrukturierung zum jetzigen Zeitpunkt für unumgänglich. Zudem dränge die Zeit, deshalb auch die Sondersitzung des Rates. Die nächste reguläre Ratssitzung ist für den 22. Mai anberaumt.

Schroth sprach von einem "hohen Druck von außen", der zu raschem Handeln zwinge. Druck macht seit einiger Zeit vor allem die Kommunalaufsicht, die die fehlenden Bilanzen anmahnte.

SPD-Ratsherr Reinhard Dobelmann, Sprecher des Werksausschusses der Gebäudewirtschaft und stellvertretender Ausschussvorsitzender, hatte in der Vergangenheit mehrfach auf die fehlenden Bilanzen hingewiesen, zuletzt in der Haushalts-Ratssitzung Anfang März. Er plant eine offizielle Anfrage an die Verwaltung, warum die Entscheidung jetzt auf einmal so brandeilig gefällt werden soll.

Dobelmann fürchtet, dass der Etat der Gebäudewirtschaft wieder zur "Spardose" werden könnte, wenn er im allgemeinen Haushalt aufgehe. Gerade angesichts steigender Energiekosten müsse weiter in die städtischen Gebäude investiert werden. Die jetzige Entwicklung bezeichnet er als "Bankrotterklärung der Ver waltung".

© Deister-Leine-Zeitung, 02.04.2008