Fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit aufgenommen / Nächste Sitzung noch in den Sommerferien Barsinghausen (wk). Normalerweise ist den Politikern die "Sommerpause" heilig. Doch es gibt auch Ausnahmen. So wollen sich die Mitglieder der neuen Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft der Schulen, Kitas und Krippen im Stadtgebiet befasst, noch in den Sommerferien zu ihrer nächsten Sitzung treffen. Die fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe kam am Montag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Konkrete Ergebnisse gibt es natürlich nach diesem ersten Treffen noch nicht. Gleichwohl ist man sich einig, dass die Planungen zügig vorankommen sollen - sonst hätte man auch sicher auf den raschen Folgetermin im August verzichtet. "Wir wollen die Sache jetzt schnell voranbringen", erklärte Fachbereichsleiter Ernst Paulsen, der seitens der Verwaltung für den Fachbereich II Bildung, Jugend und Freizeit verantwortlich zeichnet. "Wir haben uns auf eine nächste Sitzung im August verständigt, bei der es hauptsächlich um den Bereich der Sekundarstufe I gehen soll", ergänzt der 1. Stadtrat Marc Lahmann, der zusammen mit Paulsen die Verwaltung in der Arbeitsgruppe vertritt.

Die CDU-Fraktion hat den Fachausschussvorsitzenden Marian Höfer sowie Gerald Schroth in die Arbeitsgruppe entsandt, die SPD-Fraktion ist durch die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Scheibe und Ratsfrau Angelika Dürbaum-Betsch vertreten. Für die FDP ist Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow in der Arbeitsgruppe tätig, die Grünen schickten Andreas Hartig ins Rennen.

Man sei sich einig, dass zunächst die Schulentwicklungsplanung im Vordergrund stehen solle, erläuterte Ernst Paulsen. Nach der Sekundarstufe I der weiterführenden Schulen (Goetheschule KGS Barsinghausen, Lisa-Tetzner-Schule und Hannah-Arendt-Gymnasium) werde man sich auch mit dem Grundschulbereich, den Kindertagesstätten und den Horten und Krippen befassen. Unterm Strich wartet auf die Arbeitsgruppe eine Menge Arbeit.

Die wichtigste Grundlage für diese Arbeit ist die Prognose, die die Verwaltung für die künftige Entwicklung der Schülerzahlen in der Deisterstadt vorgelegt hat. Die standen auch im Blickpunkt der ersten Arbeitssitzung. Man habe sich mit den Prognosen intensiv befasst und auch die Berechnungsmethoden betrachtet, meinten Ernst Paulsen und Marc Lahmann. Es sei wichtig für die Empfehlungen, die von der Arbeitsgruppe ausgesprochen werden sollen, dass man sich bezüglich des Zahlenmaterials möglichst sicher sei. "Wir brauchen die allgemeine Anerkennung dieser Zahlen, damit wir eine gesicherte Grundlage für unsere Arbeit haben", unterstrich Ernst Paulsen.

Marc Lahmann sprach von einer "konstruktiven Zusammenarbeit" in der Arbeitsgruppe. Er geht davon aus, dass man gemeinsam das wichtige Thema abarbeiten werde und dem Rat letztlich konkrete Vorschläge für ein sinnvolles Handeln machen könne.

Der aktuell schwelende Streit um die Nachfolge von Josef Michael Samol als Leiter der Goetheschule KGS Barsinghausen sei in der nichtöffentlich tagenden Arbeitsgruppe kein Thema gewesen, wie Marc Lahmann auf Nachfrage der DLZ bestätigte.

Gleichwohl dürfte die künftige Entwicklung der Goetheschule KGS Barsinghausen von besonderem Interesse für die Schullandschaft in der Dei sterstadt sein. Eine eigene Sekundarstufe II steht schon seit Jahren auf der Wunschliste der Schule. Doch die wird, angesichts der zu erwartenden Schülerzahlen, vermutlich ein Wunschtraum bleiben.

© Deister-Leine-Zeitung, 16.07.2008